KI-Workshop bei der ZDF-Teamklausur: Wenn sich der Skeptiker am Ende bedankt

KI-Workshop bei der ZDF-Teamklausur des Landesstudios Bayern mit Sven Wiesner

Am Ende der ZDF-Teamklausur des Landesstudios Bayern hat sich jemand bei mir als Skeptiker geoutet und bedankt. Genau darum geht es bei KI-Workshops. Aber der Reihe nach: Für die Teamklausur wurde KI vom Team mehrheitlich als zentrales Thema gewählt, und ich durfte das Team durch den Tag führen.

Die Ausgangslage: Typisch für viele Organisationen

Im Landesstudio gehört Künstliche Intelligenz längst zu den Themen, die intensiv betrachtet und in verschiedenen Bereichen getestet werden. Aber auch hier gilt, was ich derzeit in fast allen Organisationen erlebe: Freigegebene Plattformen sind nicht allen bekannt, das KI-Know-how im Team ist stark unterschiedlich, es gibt verschiedene Haltungen zum Thema, und der strategische Ansatz ist nicht allen klar.

Umso wichtiger ist es, solche Formate gezielt zu nutzen, um ein gemeinsames Verständnis von Chancen und Herausforderungen im Team zu entwickeln. Darüber zu sprechen und KI praktisch zu erleben, war das Ziel unseres gemeinsamen Workshop-Tages.

Das Programm des KI-Workshoptages

Den Auftakt machte ein Impuls-Talk mit Diskussion: Welche Chancen und Spannungsfelder entstehen durch KI im Journalismus? Danach ging es in die Praxis: Microsoft Copilot im Einsatz für Textadaption, Faktencheck und Interviewvorbereitung, mit echten Arbeitsbeispielen aus dem Studio. Die ZDF-Assistentenplattform zeigte, wie sich Teilaufgaben oder komplette Workflows durch Assistenten vereinfachen lassen. Bei den aktuellen Möglichkeiten von Video-KI generierten die Teams mit einem Prompt eine Kamerafahrt für ein bildarmes Thema. Den Abschluss bildete die Reflexion im Team: Welche Chancen und Herausforderungen gibt es, und was sind konkrete Ideen, KI weiter zu integrieren?

Mein Fazit: Vertrauen entsteht durch gemeinsames Erleben

Ich war ehrlich beeindruckt von der Offenheit und Energie dieses Teams, generationsübergreifend, konstruktiv und neugierig. Und das, obwohl eine Umfrage im Vorfeld gezeigt hatte, dass das Thema natürlich auch kritisch gesehen wird.

Besonders gefreut hat mich das Feedback eines Teilnehmers am Ende des Tages, der sich selbst als KI-skeptisch bezeichnete. Es zeigt: Verständnis und Vertrauen im Team entstehen nicht durch reine Prompting-Workshops, sondern durch gemeinsames Erleben und Reflektieren.

Was Moderation dabei ausmacht

Journalisten reden gern, das Thema braucht Raum für Austausch. Ich war nach langer Zeit wieder froh über meine Design-Sprint-Facilitator-Skills: Die Kombination aus Vorträgen, gezieltem Feedback via Post-its und zeitlich begrenzten Diskussionen hat sich bewährt. Und trotzdem gilt: Ab einem gewissen Punkt muss man das Ding auch einfach laufen lassen. Danke an Eva Schiller, Suzanne Lebek, Julian Schmidt-Farrent, Jan Schüßler, Daniel Schaefer und das gesamte Team für den ehrlichen und selbstkritischen Austausch.

FAQ

Was bringt ein KI-Workshop für Redaktionen und Teams?

Ein KI-Workshop schafft ein gemeinsames Verständnis von Chancen und Risiken, gleicht unterschiedliches Know-how im Team aus und macht KI praktisch erlebbar, die Basis für Vertrauen und sinnvolle Integration in den Arbeitsalltag.

Wie geht man mit KI-Skeptikern im Team um?

Skepsis ernst nehmen und Raum für Austausch geben. Vertrauen entsteht nicht durch reine Tool-Schulungen, sondern durch gemeinsames Erleben, Reflektieren und ehrliche Diskussion über Spannungsfelder.

Welche KI-Tools nutzen Journalisten im Arbeitsalltag?

Im Workshop kamen Microsoft Copilot für Textadaption, Faktencheck und Interviewvorbereitung, eine interne Assistentenplattform für Workflows sowie Video-KI für die Generierung von Bildmaterial zum Einsatz.

Wie läuft ein KI-Workshoptag konkret ab?

Bewährt hat sich die Kombination aus Impuls-Talk, Praxissessions mit echten Arbeitsbeispielen, Tool-Tests im Team und einer abschließenden Reflexion mit konkreten Ideen für die weitere Integration.

Warum ist Moderation bei KI-Workshops so wichtig?

Das Thema KI weckt Diskussionsbedarf. Facilitation-Methoden wie zeitlich begrenzte Diskussionen und Feedback via Post-its strukturieren den Austausch, ohne ihn abzuwürgen.

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